3. April 2009

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Lecture at the Jane Voorhees Zimmerli Art Museum

Saturday April 3, 2009, 1 a.m.

Matthias Pabsch talks about his work at the Jane Voorhees Zimmerli Art Museum

Location:
Jane Voorhees Zimmerli Art Museum
Rutgers, The State University of New Jersey
71 Hamilton St.
New Brunswick, NJ 08901-1248

22. März 2009

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Swing und Partylöffel

Von Kathrin Bettina Müller

Nr. 07/2009 38. Jahrgang

 

„Auf die Formsprache der Architektur in den sechziger Jahren, aber auch auf Bürodesign und die Ästhetik der Computer reagiert Matthias Pabsch mit Skulpturen, die schon in ihren Materialien – Styropor, Dämmplatten, Glasbausteine und Steckdosen – auf den Kontext Bauen verweisen; dann aber doch, bei aller Eleganz und Schlichtheit der Form, auch etwas anderes sind als Modelle. Einerseits erinnern sie mit vorkragenden Formen, Band- und Scheibenstrukturen an das Vokabular einer geschmähten Epoche des Wohnungsbaus, andererseits abstrahieren sie von der Funktion und stellen die ästhetische Form einem freien Spiel zur Verfügung. Sie sind dabei nicht frei von Ironie, die gut zur Erfahrung der Ambivalenz in der Entwicklung und Geschichte der gebauten Moderne passt. So bilden sie eine Hommage und zugleich einen Speicher für die zwiespältige Erfahrung im Umgang mit der Nachkriegsmoderne: ideale Behälter für den Zweifel an den Idealen.“

 

Swing and Plastic Spoons

By Kathrin Bettina Müller

No. 07/2009 Volume 38

 

“Matthias Pabsch reacts not only to the design language of the architecture of the sixties, but also to that of office design and the aesthetics of the computer with sculptures, which even with their material – polystyrene, insulation boards, glass blocks and sockets – refer to the building context. They are, however, in the elegance and simplicity of their form slightly different from models. On the one hand, with their cantilevering shapes, band and slab structures, they remind you of the vocabulary of a much-criticised epoch of housing construction. On the other hand they abstract from the function and let the aesthetic form run free. In doing so, they are not free of irony, which matches the experience of ambivalence in the development and history of the built modernity well. In this way they become a homage to, and at the same time serve as a reminder of, the conflicting experiences in dealing with post-war modernity: ideal containers for doubting ideals.”

 


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Stadtspaziergang zur politischen Architektur Berlins mit dem Künstler und Buchautor Matthias Pabsch

Im Spreebogen, unmittelbar an der ehemaligen Berliner Mauer, treffen trennende und verbindende Elemente aufeinander. Noch immer lässt sich die Geschichte der geteilten Stadt an dieser Stelle ablesen, gleichzeitig prägen symbolische Brückenschläge das Bild. Darüber hinaus verdichten sich hier politische Bauten zu einer Architekturlandschaft, bei deren Errichtung die Möglichkeiten des demokratischen Bauens ausgelotet werden sollten. Das Thema Transparenz wurde in all seinen Fassetten durch dekliniert. Dennoch scheitert die Einlösung dieses architektonischen Versprechens meist an mehr oder weniger subtilen Barrieren.

Sonntag, 22. März 11 Uhr

 

City walk to the Political Architecture of Berlin with artist and writer Matthias Pabsch

In close proximity to the former Berlin Wall, on the peninsula „Spreebogen”, elements of urban divisions and connections can be found side by side. Still today the area can be seen as case study for the history of the divided city, in spite of the numerous symbolic gestures meant to bridge the former gap. Furthermore buildings housing political institutions make up an urban landscape, in which theoretical concepts of democratic architecture have been pursued. The theme of of physical and mental transparency thereby played a decisive role. And yet more or less subtle physical barriers bring about the failure of this idealistic architectural concept.

Sunday 22 March 11 am 

20. Februar 2009

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Arrangierte Massenartikel

Von Marlies Schnaibel

20.02.2009

 

„Die Skulpturen von Pabsch wirken wie eine Hommage an die sechziger Jahre, mit Alltagsmaterialien wie Waschbeton, Glasbausteinen, Styropor und MDF-Platten baut er seine nüchtern wirkenden Gebilde. Holz, Aluminium und Plexiglas verbindet er zu eleganten, geometrischen Körpern.“

 

Arranged Mass Products

By Marlies Schnaibel

20.02.2009

 

“Pabsch’s sculptures appear like a homage to the sixties. With everyday materials like washed out concrete, glass blocks, polystyrene and MDF he constructs his rational creations. He combines wood, aluminium and Plexiglas to form elegant, geometric forms.”

Rede von Christoph Tannert

18. Februar 2009

Rede von Christoph Tannert zur Ausstellungseröffnung im GEHAG FORUM, Berlin, 18.02.09

 

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber Begegnungen mit der zeitgenössischen Kunst, wo man von einer Arbeit überrascht war und in relativem Einverständnis gesagt hätte: Das ist schön, das hat mich berührt, das hat mir gefallen und mich weiter beschäftigt, werden zunehmend seltener.

In dieser Ausstellung, so kühl und modern sie auch auf den ersten Blick aussehen mag, fand ich Schönheit und Eleganz des Denkens und Formens – und verweilte gern.

Schauen Sie hinter mir: die Objekte von Matthias Pabsch – diese Stringenz im Ästhetischen, in der Wahl der Materialien und der handwerklichen Verarbeitung, diese Maßgelungenheit in der Form, dieses Styling.

Schon in der Art der Sockelerarbeitung beginnt das Kunstwerk. Pabsch sieht den Sockel als skulpturales Element. Jedes Objekt hat seinen eigenen Sockel. Dieser ist alltagszugewandt gearbeitet in der Verwendung von rohen und weiß lackierten MDF-Platten. Durch das weiß Abgesetzte entsteht ein Rhythmus, der die Objekte wellenhaft verbindet.

Die Objekte, die Matthias Pabsch zeigt, entstanden zwischen 1999 und 2008, tragen hauptsächlich keine Titel, aber es fällt dem Betrachter leicht, sie assoziativ als atmosphärische Kraftwerke zu verstehen, die Blickverbindungen zum Architektonischen und Urbanen aufnehmen und mit Wohnumwelt, Industriebau oder Design einen fruchtbaren Energieaustausch halten.

Schon die Wahl der Materialien ist aufschlussreich.

Wenden wir uns konkret den Objekten zu:

Das hinten links stehende Objekt entstand unter Verwendung von geschnittenen Styropor- und Perimeter-Dämmplatten. Es wirkt wie eine Realitätsuntersuchung im Bereich von Architektur und Städtebau, wie eine Erklärungsgröße. Grundsätzlich versteht Pabsch seine Objekte auch als Modelle bzw. modellhafte urbane Einheiten – allerdings nicht für zu Bauendes, sondern als freie Kreation für den Freiflug von Gedanken mit Anklängen an bestehende Architekturen, konkret: der 60er Jahre, eine Zeit, die er durch adäquate Materialwahl und Farbigkeit auferstehen lässt.

In unseren Städten sind wir wesentlich durch die 60er-Jahre-Nachkriegsmoderne in West- als auch Osteuropa geprägt. Aber heute, in den Zeiten hypertropher Architektenträume und weltumspannender Glasarchitekturen gelten die 60er-Jahre-Entwürfe als kleinbürgerlicher Bauhaus-Verschnitt. Diese Architektur wird häufig als hässlich empfunden und problemlos zum Abriss verurteilt. Wir assoziieren mit dieser Architektur kompakte Großstadtarchitekturen, Siedlungsbänder, Innenstadtverdichtung und Beton-Brutalismus. Eine ganze Epoche droht aus dem kulturellen Gedächtnis zu verschwinden, weil wir sie ignorieren. Man muss die Schönheit dieser Strukturen und Materialien sehen wollen, ihren Traditionsbezug, ihre Neuansätze, ihre Einheit und ihre Reibeflächen mit Musik und Mode, dann sieht man auch, was Pabsch für anschauens- und bedenkenswert hält. Ich sehe seine Modelle als Hommagen an die 60er Jahre - wegen ihrer Oberflächenbeschaffenheit, Materialwahl, den Durchbrüchen und abgerundeten Ecken. Es sind Inwertsetzungen von Formen, ja von Architekturästhetik, eine Neusicht des Prinzips der Stapelung, ein fröhlicher Gruß an Glasbausteine und Waschbetonplatten (geschichtet, nicht verklebt!).

Diverse Objekte aus dem Jahr 2003 bestehen aus braunen Planbord-Platten, die im Kfz-Bau Verwendung finden. Dazu kommen Plexiglas, Alu-Profile und Stahlnieten und zuweilen ein gefundenes, industriell gefertigtes Teil wie eine Lüftungs- oder Abfluß-Abdreckung. Hier schwingen sie mit, die Architektur-Utopien, die im Transfer zwischen Technik, Kunst, Pop und Architektur ein vielfältiges Repertoire an Konzeptionen hervorbrachten: Kontrastreich, leicht, filigran, luftig und farblich pointiert, eine sich vom verschnarchten Diktum der „Qualitätsarchitektur“ freimachende elementare Baukörpergliederung mit lebendigen Innen-Außenübergängen, einsehbar, ergonomisch, ebenso retro wie progressiv.

Bei Matthias Pabsch schlagen aber mehrere Herzen in einer Brust.

Im hinteren Teil des Raumes zeigt er einen, an den Frühtagen der Fotografie orientierte Lambda Print auf Alu-Dibond von 2009, der auf die fotografische „Schattenschrift“ (die Skiagraphie) von Henry Fox Talbot und seine Erfindung des Negativbildes verweist. Eine in ihrer weichen Licht-/Schatten-Modulation berückende Arbeit.

Damit ist auch der Bogen vorgegeben, der sich dann zu den Werken der Malerei von Matthias Pabsch bildet – im Mittelflügel des 2. Stocks.

Dort sind acht Bilder aus dem Jahr 2007 zu sehen, die aus Farbe, Strukturen und Mustern leben, die in partiellen Schärfe-/Unschärfe-Relationen Fotografisches aufnehmen und im Bezug zu Pabschs Objekten die frühe Technikeuphorie und Aufbruchstimmung der 60er. Bildelemente zitieren die Möglichkeitsebene des technisch reproduzierten Bildes und spülen das Gestern ins Morgen. Die Malhaut, mal gestrichen, stellenweise durch musterhafte Abdrücke vakuolisch pointiert, gleicht einem gesampelten Feld, in dem alles möglich erscheint – von unbearbeiteter, grober Leinwandtextur bis zum barocken Erinnerungsschlick fetten Farbauftrags von einem der findet, weil er nicht gesucht hat.

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Zur Eröffnung der Ausstellung am

Mittwoch, den 18. Februar 2009, um 19 Uhr

laden wir Sie herzlich ein in das

 

Foyer der Deutsche Wohnen AG,
Mecklenburgische Straße 57, 14197 Berlin.

 

Einführung: Christoph Tannert, Künstlerhaus Bethanien

 

 

Matthias Pabsch arbeitet als Künstler sowohl mit Malerei als auch skulpturalen Objekten, deren architektonische Formen jeder Funktion beraubt sind und damit auf ihre Form und die künstlerische Anordnung ihrer Teile reduziert werden. Pabsch nutzt neben Mosaikfliesen und HDF-Platten auch Waschbetonplatten und Glasbausteine, die für einen bestimmten – und heute oftmals verachteten – Typus von Architektur stehen. Die von Pabsch durch Auf-, Aneinander- und Ineinanderfügen der Bauteile gestalteten Objekte zitieren Strukturelemente dieser Architektur. Die Werke lehnen sich ebenso an den Minimalismus wie auch an das von Marcel Duchamps entwickelte ReadyMade an. Gleichzeitig sind sie auch eine Auseinandersetzung mit Architekturgeschichte. Dass Pabsch’ Arbeiten eine ironische Seite haben können, wird an der Arbeit „Haus des Architekten“ (2008) deutlich. Dort ist an der Innenseite einer Waschbetonplatte als Zeichen der Funktionalität der Rahmen einer Doppelsteckdose montiert.

Seine Gemälde hingegen sind wie Versuchsanordnungen zur Reaktion von Farbe und Leinwand. Durch ganz unterschiedlichen Farbauftrag oder die roh belassene Leinwand in klar umrissenen und voneinander abgezirkelten Feldern ergeben sich völlig verschiedene Strukturen, die abstrakte und gegenständliche Elemente verbinden.